JAMES BOND, LARA CROFT ODER EBEN COLOMBIANA.

Bei ihrer WM-Premiere vor zwei Jahren war Stephanie Venier erst nach Trainerentscheid statt Anna Veith ins ÖSV-Aufgebot für die Abfahrt gerutscht und eroberte sensationell Silber. Für die Titelkämpfe im schwedischen Åre ist die Tirolerin gesetzt, dieses Mal käme eine Medaille weniger überraschend.

Du hast in Garmisch-Partenkirchen deinen Premieren-Sieg in der Abfahrt gefeiert, damit das letzte Speed-Rennen vor dem WM-Gipfel gewonnen und dich mit Nachdruck in den Kreis der Medaillenkandidaten gefahren. Damit steigt zwangsläufig die öffentliche Erwartungshaltung. Spürst du das und wie viel Druck machst du dir selber? 
Noch spüre ich von außen keinen Druck, denke aber, das wird noch kommen. Ich versuche einfach locker zu bleiben und probiere so weiter zu machen, wie ich es bei den letzten Rennen getan habe. 

Die ÖSV Speed-Damen haben heuer einige verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen und trotzdem fünf der sechs Weltcup-Abfahrten. Wie lautet euer Erfolgsrezept, was macht ihr anders als andere? 
Wir vertrauen uns alle gegenseitig und helfen uns bei den Trainings extrem weiter. Wir besprechen welche Linie wir nehmen, wie der Speed ist oder ob ein Sprung schwierig ist. Es wird einfach viel kommuniziert, ganz egal, ob wir Läuferinnen untereinander oder eben mit den Trainern, Physiotherapeuten und Servicemännern. 

Was weißt du über den WM-Hang, kommt dir das Gelände entgegen und worauf gilt es sich einzustellen?
Wir hatten letztes Jahr in Åre das Weltcupfinale. Das Wetter war ziemlich schlecht, deswegen mussten wir von weiter unten starten. Aber bei der Strecke ist alles dabei was es braucht: technische Passagen, Sprünge und ebenso Gleitstücken. Es ist echt ein mega cooler Hang!

Am Dienstag steigt der Super-G, am Sonntag folgt die Abfahrt, wo rechnest du dir mehr aus und warum schlägt dein Herz mehr für die Speed-Disziplinen als für Slalom und RTL? 
Gute Frage. Zur Zeit fühle ich mich einfach in der Abfahrt ein bisschen wohler, aber ich mag den Super-G genauso. Ich nehme generell imVorfeld nichts and und sage immer: Mein Hang zu den schnellen Disziplinen ist einfach erklärt: Ich liebe einfach die Geschwindigkeit und den Adrenalinkick.

Du giltst auf der Piste als wilde Henne, bist du auch eine, die beim Autofahren gerne aufs Gas steigt?
Natürlich, mein Audi A6 gibt einiges her, Die PS muss man schon ausnützen. Aber klarerweise immer alles innerhalb der Geschwindigkeitsbegrenzungen oder sagen wir "fast" immer (lacht).

Wie kommst du mit der Rolle der Beifahrerin klar und wie fit bist du beim Anlegen von Schneeketten?
Ab und zu ist es recht fein, wenn man Beifahrerin sein kann und sich nicht auf den Verkehr konzentrieren muss. Aber ich fahre einfach extrem gern selber und lasse in der Regel lieber die anderen den Beifahrer spielen. Und das Gute im Winter ist, dass ich mit einem A6 quattro unterwegs bin und somit nur sehr selten Schneeketten brauche. Darüber bin ich froh, weil so wirklich fit bin ich beim Anlegen nicht (lacht). 

Du giltst als sehr fröhlich und immer gut aufgelegt, wann geht dir im Straßenverkehr der Schmäh aus?
Wenn die Leute auf der Autobahn konstant langsam auf der linken Spur fahren oder nach einem Unfall die Rettungsgasse nicht sofort gebildet wird.

Zuletzt, du schaust gerne Movies, welche sind deine Lieblingsfilme oder Serien und in welchem Blockbuster würdest du gerne die Hauptrolle spielen?
Zu meinen Lieblingsfilmen gehört auf jeden Fall “Born to be a Star” mit Lady Gaga - der ist wirklich empfehlenswert,  gleiches gilt für “Colombiana”. Bei den Serien sind “Prison Break”, “Queen of the South” und “Blindspot” meine Favoriten. Und was die Hauptrolle betrifft würde ich sagen, irgend ein Film wo Action drinsteckt, also beispielsweise James Bond, Lara Croft oder eben Colombiana.

Stephanie Venier

Stephanie Venier