Man muss das machen was man kann

Zwei Wochen vor Beginn des Weltcupwinters spricht ÖSV-Edel-Techniker Michael Matt über die Saisonvorbereitung, seine Erwartungen an den WM-Winter und mögliche Starts in den schnellen Disziplinen.

Michi, wie war der Sommer? Wie lange hast du pausiert und nicht ans Skifahren gedacht, wann bist du wieder eingestiegen?
Es war aufgrund der Olympischen Spiele schon eine ziemlich intensive Saison, deshalb habe ich mir heuer eine etwas längere Auszeit genommen. Von Mitte April bis Mitte Mai habe ich, wie man so schön sagt, nichts gemacht und erst danach wieder das Training aufgenommen. Ende Juli sind wir dann wieder auf Schnee gewesen.

Wie geht es dir in der Saisonvorbereitung, was passiert noch bis zum Slalom-Weltcupauftakt in Levi?
Aktuell sind wir Woche für Woche auf den Gletschern, der Schwerpunkt ist jetzt ganz klar beim Skifahren, das ist auch unser Job. Du brauchst gewisse Umfänge und eine Basis, musst fit auf den Skiern sein. Bis jetzt läuft es ganz gut und es ist noch genug Zeit bis Levi hin. Aussagekräftig wird dann sicherlich das Camp in Kabdalis (SWE), eine Woche vor dem Weltcupauftakt.

Du bist der Shootingstar im ÖSV-Technikteam hast bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang Silber und Bronze gewonnen, wie viel Druck ist da und wie gehst du damit um?
Je älter du wirst, umso leichter tust du dir mit Druck. Ich glaube, mittlerweile kann ich damit ganz gut umgehen. Und es ist egal was letztes Jahr war, du musst dich immer gewissenhaft vorbereiten und dich jede Saison neu beweisen.

 

Der Saisonhöhepunkt ist zweifelsohne die WM in Aare, wie lauten deine Erwartungen und Ziele?
Sicher, die Weltmeisterschaft steht an und ist definitiv ein großes Ziel, aber das ist noch zu weit weg. Ich schaue von Rennen zu Rennen, das muss man so machen, sonst funktioniert es nicht in unserem Sport.

Du hast zuletzt vermehrt Riesentorlauf trainiert, wirst du in dieser Saison auch Rennen bestreiten und wird man dich irgendwann auch in den Speed-Disziplinen sehen?
Prinzipiell ist das schon angedacht, es kommt aber darauf an, wie es im Slalom läuft. Sölden war von vornherein kein Thema, mit einer Nummer um 70 am Anfang einer Saison, wo du noch nicht ganz so parat bist da runterzufahren, dass macht für mich keinen Sinn. Aber wie gesagt, generell sind schon Einsätze geplant. Abfahrt oder Super G fahre ich hingegen auf keinen Fall. Man muss das machen was man kann.

Stichwort Speed – du fährst aktuell einen Audi RS4 wie würdest du dich als Autofahrer beschreiben und wie genau hältst du dich an Tempolimits?
Ich bin lieber schneller unterwegs. Ein Hunderter auf der Autobahn ist schon eher mühsam (lacht).

In welcher Rolle fühlst dich wohler – hinter dem Lenkrad oder am Beifahrersitz? 
Ich glaube, dass ich generell ein schlechter Beifahrer bin, deswegen fahre ich schon lieber selber.

 

Copyright: Simon Rainer

Erstellt am 12.10.2018