Gerhard Berger über sein Heimspiel

Sie ist die schnellste und populärste Tourenwagenserie: die DTM, die Deutsche Tourenwagen Masters. Vom 21. bis zum 23. September fährt dieses hochwertige Championat auch wieder in Österreich -  am Red Bull Ring in Spielberg. Neben den beiden Österreichern Lucas Auer und Philipp Eng steht dabei vor allem auch ein Wahl-Österreicher im Mittelpunkt: der 31-jährige René Rast, der in Bregenz lebt und für das Audi Sport Team Rosberg fährt, und in seiner De-facto-Rookie-Saison 2017 gleich den Titel holen konnte. Der im Moment auch der schnellste Mann der Saison 2018 ist, so etwa gewann er nach einem durchwachsenen Saisonstart zuletzt am Nürburgring beide Qualifyings und beide Rennen. Der deutsche Rennfahrer konnte als erster Fahrer der DTM-Geschichte die Maximalpunktezahl von 56 Zählern an einem Wochenende erobern. Zu den „Stars“ in der DTM zählt aber auch der Mann, der als Vorstandsvorsitzender des Dachverbandes ITR, der „Chef“ der Serie ist: Gerhard Berger. Im Interview spricht der zehnfache Sieger von Formel-1-Rennen über sein eigenes „Heimrennen“ in Spielberg – und über Rene Rast.


Herr Berger, wie groß ist die Vorfreude auf die Heimrennen in Spielberg?
Groß. Red Bull hat hier eine tolle Anlage hingestellt. Für mich war ja dieser Platz, schon als er Österreichring hieß, sicher die schönste Strecke meiner Karriere und immer wie eine Heimat, mit nichts vergleichbar. Ich habe hier meine ersten Rennen und auch meinen ersten Grand Prix bestritten. Heute ist einfach schön zu sehen, wie viel hier wieder los ist. Die DTM war hier jedes Jahr zu Gast, seit die Rennstrecke wiedererrichtet worden ist und sie bietet eine ganz spezielle Atmosphäre.

Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem auch der Mann der Stunde: René Rast.
Er ist ohne jede Frage einer der besten Fahrer hier. Rast ist in seiner Karriere sehr viele unterschiedliche Serien gefahren und kam spät, aber wirklich top-vorbereitet, in die DTM. Hier war er von Anfang an schnell. Sein Fahrstil passt sehr gut zu dieser Serie und zudem ist er einfach ein Mann, der weiß, wie man Meisterschaften gewinnt. Indem man auch an den Tagen, an denen es nicht so optimal läuft, das Maximum des an diesem Tag Möglichen herausholt und so konstant seine Punkte sammelt.

Er wurde bei Audi Meister, eine Marke, die sich kürzlich weiter zur DTM bekannt hat.
Das ist ohne Zweifel ein starkes Zeichen von Audi für die DTM. Eines das zeigt, dass das Vertrauen des Herstellers in die Plattform DTM und in die Zukunft der DTM da ist. Ich habe die Verantwortlichen als extrem verlässliche Partner kennengelernt. Audi ist eine Marke, die mit ihren vielen Fans einfach sehr gut in diese DTM passt. Eine Serie, mit der wir noch viel vorhaben und wo die Kooperation mit der japanischen Super GT-Serie ja ein weiterer wichtiger Schritt ist.

Ihr Ziel ist es, sowohl den Kernmarkt der DTM im deutschsprachigen Raum zu stärken und zugleich auch die Internationalisierung voranzutreiben. Bei der Suche nach neuen Rennstrecken ist auch der Salzburgring immer wieder von verschiedenen Leuten ins Spiel gebracht worden – eine Rennstrecke mit großer DTM-Historie.
Wir probieren viel aus, was für die Zukunft der DTM richtig und wichtig sein könnte. Dazu zählten zuletzt ja etwa die Nachtrennen in Misano, die den Fans auch aufgrund der Wetterkapriolen aufregende Rennen boten. Wir suchen immer Strecken, die Charme haben, Charakter und Historie. Der Salzburgring ist ohne Zweifel so etwas und er hat auch eine interessante Lage. Allerdings ist er derzeit von der Infrastruktur und der Sicherheit noch nicht bereit für die DTM. Man wird sehen, was den Betreibern möglich ist in nächster Zeit – ohne Frage ist aber, dass wir in Verbindung bleiben und uns die Entwicklung genau anschauen.

Sie sind ein sehr reflektierender Mensch: wie ist ihre erste Bilanz der DTM-Saison 2018?
Es ist uns in vielen Rennen gelungen, den Spirit, der die DTM ausmacht, zu zeigen, und Rennen zu bieten, die die Fans begeistert haben. Nicht alle Rennen waren gut, aber viele. Jeden fällt da natürlich etwa das Duell Paffett gegen Glock in Hockenheim ein. Es gibt viele weitere besondere Momente und Erkenntnisse. Etwa wie unglaublich eng es bei uns zugeht, oft liegen alle 18 Piloten innerhalb von sieben Zehntelsekunden – das ist außergewöhnlich. Von der Rennaction würde ich im gehobenen Motorsport nur die Moto-GP über die DTM stellen. Viele Regeländerungen haben funktioniert, der Fahrer ist wieder mehr im Mittelpunkt und wir entwickeln uns in eine Richtung, die der Fan will: wieder diesen Ritt auf der Kanonenkugel mit außergewöhnlichen und sehr PS-starken Rennautos. 

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Fotocredit: DTM

Erstellt am 11.09.2018