Vorsprung durch Können.

Würde es das Wort „Tradition“ nicht geben, könnte man als Synonym „Spanische Hofreitschule“ ins Wörterbuch schreiben. Seit 1565 verschreibt man sich in der Wiener Innenstadt der hohen Schule der Reitkunst. Für Andreas Hausberger, Oberbereiter in der Spanischen Hofreitschule, ist es dennoch gar nicht schwierig, den Spagat zwischen Bewahrung der Tradition und Mut zur Innovation zu schaffen. „Was die Ausbildung der Pferde betrifft, legen wir höchsten Wert auf Tradition. Aber die Spanische Hofreitschule war immer schon innovativ und flexibel“, sagt Hausberger und nennt erstaunliche Beispiele. „Die signifikanteste Änderung war zu Beginn der 1920er-Jahre der Wandel von einem Institut zur Ausbildung der Mitglieder des Kaiserhauses zu einer öffentlichen Einrichtung. Da fortan Besucher gekommen sind, mussten Toiletten eingebaut werden. Das klingt seltsam, war damals aber eine unglaubliche Innovation.“ Weiters erzählt er von Flugversuchen in der Spanischen Hofreitschule. Flugversuche? „Ja“, lächelt der Oberbereiter, der seit 33 Jahren an der Hofreitschule arbeitet, „Ende des 19. Jahrhunderts wurden in der Winterreitschule tatsächlich solche Versuche unternommen. Diese Pioniere sind mit ihren Fluggeräten von der 2. Galerie ins Parterre geglitten.“

Das Rad der Zeit scheint sich in jedem Bereich immer schneller zu drehen. Betrifft das auch die Spanische Hofreitschule oder schafft man es zu entschleunigen? „Wenn Sie ‚entschleunigen‘ sagen: Das passiert von selbst“, erklärt Andreas Hausberger. „Wir pflegen die Reitkunst in höchster Vollendung seit 450 Jahren, das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Ein Pferd bleibt ein Pferd, das kann man nicht schneller ausbilden, das braucht seine Zeit. Generaldirektorin Elisabeth Gürtler legt auch höchsten Wert darauf, dass die Reitkunst weiterhin so gepflegt wird.“

Auf neue Lipizzaner- Bewegungen in der Reitkunst wird man also vergeblich warten. Das läge auch ganz und gar nicht im Sinn der Spanischen Hofreitschule. „Wir geben das Niveau vor“, stellt Andreas Hausberger fest. „Das Programm, das Dressurreiter bei Olympischen Spielen zeigen, kommt im Grunde aus der Spanischen Hofreitschule. Es gibt nichts Schwierigeres als die Ausbildung der Hofreitschule, da geht nichts mehr drüber. Alles, was sonst gezeigt wird, ist Show und Zirkusreiterei.“

Die Fête Impériale bot heuer auch eine Laser-Show. Passt das zu einem solch ehrwürdigen Haus? Andreas Hausberger ist offen: „Natürlich passt das. Das Pferd steht im Mittelpunkt, traditionell ist bei uns nur die Ausbildung der Pferde. Bei allem anderen darf probiert werden.“ Und er spricht auch über Innovationen: „Im Lauf der Zeit hat sich alles weiterentwickelt. Das beginnt bei Sattel und Zaumzeug, geht über die Hufe und den Beschlag bis hin zur veterinärmedizinischen Betreuung. Das alles geht natürlich konform mit der Ausbildung der Pferde – also auf höchstem Niveau.“

Audi war auch 2017 Presenting Partner der Fête Impériale. Gibt es so etwas wie „Vorsprung durch Technik“ auch bei der Ausbildung der Lipizzaner? Andreas Hausberger denkt kurz nach: „Es gibt Ähnlichkeiten. Bei uns würde ich es ‚Vorsprung durch Können‘ bezeichnen, ein Pferd ist eben ein Lebewesen. Die Kunden von Audi erheben den Anspruch, ein Produkt von höchstem Niveau zu kaufen. Unsere Gäste erheben den Anspruch, Reitkunst auf höchstem Niveau geboten zu bekommen.“ Eine weitere Gemeinsamkeit sieht Andreas Hausberger natürlich schon noch: „Immerhin spricht man bei der Leistung von Autos gemeinhin immer noch von Pferdestärken. Das wird kein Zufall sein“, lächelt er.