Dann zipft dich bald einmal was an

Manuel Feller (25) scheint auf Großereignisse spezialisiert und kennt nur eine Devise. Der ÖSV-Techniker spricht vor dem Start in den WM-Winter über seinen Sommer, Sölden, Reifenplatzer auf Jamaika und die Dauerspannung beim Danebensitzen.

Manuel, Sölden hat dir bis jetzt noch nicht wirklich viel Erfolg beschert, mit welchen Gefühlen fährst du heuer auf den Rettenbachgletscher hoch?
Stimmt, ich habe in Sölden noch nie Punkte einfahren können. In den ersten beiden Jahren war es schon ein wenig shaky am Start, da habe ich mich mehr gefragt, wie ich das eigentlich machen soll. Letztes Jahr wäre ich dann bereit für den schwierigen Hang gewesen, aber leider wurde das Rennen abgesagt. Und heuer sind wir genauso bereit wie letztes Jahr.

Wie sehr kribbelt es schon?
Das Kribbeln ist definitiv da, man merkt, dass sich jeder freut und dem Auftakt gespannt entgegenblickt. Sölden ist immer so ein bisschen ein eigenes Rennen, weil mit Fragezeichen dahinter. Keiner weiß, wo er wirklich steht.

Du hast 2017 WM-Silber im RTL geholt, bist in Pyeongchang Olympia-Zweiter mit der Mannschaft geworden - Großereignisse liegen dir offenbar.
Großereignisse sind etwas ganz eigenes, es geht halt einfach nur um dieses eine Rennen. Von dem her gibt es nur eine Devise und die lautet Angriff. In Sankt Moritz ist mir das im Slalom sehr gut gelungen. Bei den Olympischen Spielen hat es zwar in den Einzeldisziplinen nicht nach Plan funktioniert, aber dafür habe ich mich riesig über die Medaille mit der Mannschaft gefreut. Das war ein sehr spezieller Moment, zumal es meine ersten Spiele waren.

Ein kurzer Blick zurück: Wie war dein Sommer, wo hast du ihn verbracht, wie viel Auszeit hast du dir gegönnt und wann war der erste Schneekontakt?
Zwei Wochen Urlaub, zweimal drei Tage Fischen, zweimal drei Tage auf Festivals. Es war ein super Sommer, ich hatte so viel Zeit wie schon lange nicht mehr. Und der erste Schneekontakt war Ende Juli in der Skihalle in Wittenburg (GER). Zehn Tage später sind wir dann für drei Wochen zum Gletschertraining nach Neuseeland.

Ein Highlight der vergangenen Monate war sicherlich dein Ausflug mit Christian Klien zum Salzburgring und zur Formel 1 nach Spielberg. Wie beschreibst du dich selber als Autofahrer, kannst du auf der Beifahrerseite entspannen und was zeichnet einen guten Autofahrer aus?
Einen guten Autofahrer zeichnet die Sicherheit aus. Dass er keine Unfälle baut und keinem im Weg ist. (lacht) Ich habe schon sehr viel Zeit im Auto verbracht, fahre nach wie vor viel und glaube, dass ich ein ganz passabler Fahrer bin. Und auf der Beifahrerseite bin ich eher auf Dauerspannung. Das liegt auch daran, dass ich selten dort sitze.

Du selber einen Audi S4 Avant 3.0 TFSI quattro, warum gerade dieses Modell?
Weil der Wagen genügend Schmalz und Platz hat und fesch anzuschauen ist. Es ist ein Top-Auto, da gibt es nichts daran auszusetzen.

Gibt es eine Lieblingsstrecke?
Gerade weil ich so viel mit dem Auto unterwegs bin, ist mir umso kürzer umso lieber. Also die Anreise zum Kitzbühel-Weltcup. (lacht)

Bist du ein gelassener Autofahrer, oder einer der auch mal ordentlich Dampf ablässt?
Wenn du fünf Stunden im Auto sitzt, dann zipft dich bald einmal was an, aber fluchen tu ich eigentlich nicht.

Deine abenteuerlichste Autofahrt?
War heuer in Jamaika. Da hatten wir an einem Tag zwei Reifen-Platzer und nur ein Reserverad. Mitten in der Nacht, irgendwo in einem Dritte-Welt-Land in den inmitten der Pampas. Glücklicherweise haben wir gleich in der Nähe ein Dorf gefunden, wo ein paar Rastas den Reifen in zehn Minuten wieder zusammengeflickt haben. Benzin hatten sie leider keines, das wäre uns dann auch noch fast ausgegangen.