Gegen den Wind.

Wo Millimeter den Unterschied ausmachen, darf der Zufall keine Rolle spielen. Das macht die heimischen Ski-Asse zu Stammgästen im Audi Windkanal-Zentrum.

Wenn es gilt an der Optimierung der Hocke und Rennanzüge zu feilen, schnallen die ÖSV-Stars ihre Bretter im Windkanal der Ingolstädter an, wo die Möglichkeiten und Verhältnisse laut Toni Giger fantastisch sind. „Wir können hier Geschwindigkeiten weit über 150km/h simulieren und damit optimal testen“, so der Leiter der ÖSV-Abteilung für Entwicklung, Forschung und Innovation. Für den entsprechenden Bühneneffekt sorgt eine 2,4 Megawatt starke Turbine, die ob ihrer Kräfte erstaunlich leise stürmt. Bei 160 km/h Wind-Speed beträgt die Lautstärke lediglich 60 Dezibel – kaum mehr als beim Gleiten der Skier durch den Schnee.

Bei den letzten Tests Mitte Juli standen der Schnitt und Stoff der Rennanzüge, sowie die Protektoren auf dem Prüfstand, zwischendurch probierten die ÖSV-Asse unterschiedliche Fahr-Positionen aus. „Man schaut hier was sich verändert, wenn ich zum Beispiel den Ellbogen weiter nach außen bewege. Was verändert sich und wie schaut das dann strömungsmäßig aus“, berichtet Romed Baumann und schwärmt: „Es ist super, dass wir von Audi die Möglichkeit bekommen uns hier zu verbessern.“

„Es sind Kleinigkeiten, zum Beispiel die Weiterentwicklung im Stoffsektor, die ein oder zwei Hundertstel bringen. Das kann über Sieg oder Niederlage entscheiden, deshalb sind diese Tests so wichtig. Es ist nicht selbstverständlich diese Möglichkeiten zur Verfügung zu haben und neben der Arbeit ist es auf jeden Fall auch ein Erlebnis“, ergänzt Hannes Reichelt.

Ob die Übung gelungen ist wird freilich erst der Winter weisen, die gesammelten Daten und Eindrücke stimmen Matthias Mayer und Co. aber sehr zuversichtlich. „Wir glauben am Rennanzug etwas gefunden zu haben, das diesen wieder schneller gemacht haben könnte“, so der Abfahrts-Olympiasieger.