Max Verstappen hat mich besonders beeindruckt

Katharina Liensberger kommt immer besser in Schwung. Die 21-jährige Vorarlbergerin fährt zwei Tage vor Weihnachten mit Rang fünf ihr bestes Slalom-Ergebnis im Weltcup ein und tankt zusätzlich Selbstvertrauen für das Heim-Spektakel am Zauberberg.

Gerade noch in Frankreich, am kommenden Freitag die Punktejagd am Semmering, dazwischen Weihnachten - kannst du den Skisport am Heiligen Abend überhaupt ausblenden und bist du eine, die ihre Geschenke längst besorgt hat, oder ihre Einkäufe erst im allerletzten Moment erledigt?
Doch, das kann ich sehr gut. Ich genieße die weihnachtliche Stimmung, die Ruhe und Besinnlichkeit, widme mich gerne dem Harfenspiel, meinen Freunden und vor allem der Familie. Der traditionelle Kirchenbesuch ist eine gute Möglichkeit danke zu sagen und mir immer wieder bewusst zu machen, an welch schönen und sicheren Flecken Erde wir leben. Und mit den Geschenken bin ich meistens spontan. Für mich bedeutet Schenken vor allem Menschen eine Freude zu machen und zeigen, wie sehr man sie schätzt, oder einfach mal danke zu sagen. Das gilt sowohl für die Familie wie im Sport. Ich bin dankbar, dass mich so viele Menschen unterstützen.
 
Du hast dich nach deiner bestandenen Matura für eine Ausbildung beim Finanzamt entschieden. Wie geht sich das neben dem Profisport aus und was wäre der Traumjob nach der aktiven Karriere?
Die Möglichkeit in den Zollkader als Spitzensportlerin aufgenommen zu werden hat sich gleich im Anschluss nach meiner Matura im Skigymnasium Stams ergeben. Eine Chance, die ich sehr gerne wahrgenommen habe. Natürlich ist es eine Herausforderung, aber man gewöhnt sich an die frühen Aufstehzeiten, um beides unter einen Hut zu bekommen. Ich sehe es auch als eine gute Abwechslung und was nach der Profi-Karriere als Skirennläuferin passiert, wird die Zukunft zeigen. Aktuell lebe ich meinen Traumberuf.

Du warst im Sommer auf einen Abstecher in die Formel-1-Box von Red Bull, was macht für dich die Faszination des Motorsports aus und welcher Fahrer ist dein persönlicher Favorit?
Für mich war es ein riesen Highlight dem F1-Team von Red Bull einen Besuch abstatten zu dürfen. Der Bolide vor dem man steht, erinnert mehr an einen Düsenjet, als an ein Rennauto. Die Bremspunkte der Piloten und der Speed, mit dem sie den Kurs bewältigen – das ist faszinierend und einfach atemberaubend! Es war großartig, das alles live erleben zu dürfen. Persönlichen Favoriten habe ich keinen, Max Verstappen hat mich aber sehr beeindruckt. Die Konzentration, die er für den Job aufbringt, ist gewaltig.

Privat fährst du einen Audi A4 Avant, wie sportlich gehst du es auf der Straße an und wie steht dir die Rolle der Beifahrerin?
Ich fahre sehr gerne selber, die Beschleunigung und Power zu spüren ist Spaß und Genuss zugleich. Aber auch die Rolle der Beifahrerin hat Vorteile. Ich kann mich gut erholen, besonders die komfortable Sitzmassagefunktion trägt zur Entspannung bei. 

Ihr seid während der Weltcupsaison sehr viel mit dem Auto unterwegs. Hast du so etwas wie eine Lieblingsstrecke?
Ja, die Fahrt zu meinem Heimatskigebiet oder auch die letzten Kilometer in Folge der Rückreise von wo auch immer. Spätestens, wenn ich am Weg nach Hause von der Autobahn abfahre, schwingen immer sehr positive Gefühle mit. 

Welche drei Songs dürfen auf deiner persönlichen Playlist nicht fehlen?
Das variiert ständig und ist situationsabhängig. Ich lasse zwischendurch auch immer wieder gerne mal das Radio laufen. 

Abschließend zu deinen Zielen: Was hast du dir für den Semmering und die weitere Saison vorgenommen?
Ich möchte am Semmering mit Wille und Spaß meine persönliche Bestleistung zeigen. Vor zwei Jahren habe ich mich hier erstmals im Weltcup für den zweiten Durchgang qualifizieren können, es fühlt sich gut an wieder an den „Zauberberg“ zurückzukehren. Ich freue mich auf die Rennen genauso wie auf den weiteren Saisonverlauf – auch, weil heuer mit der Weltmeisterschaft in Are wieder ein Großereignis ansteht.